Im Inneren jedes Zahns liegt unter Schmelz und Dentin ein weiches Gewebe, die Pulpa, mit Nerven und Blutgefäßen. Ist die Pulpa entzündet oder unwiederbringlich geschädigt, wird sie bei der Wurzelkanalbehandlung entfernt; die Kanäle werden gereinigt, aufbereitet und verschlossen. Ziel ist der Erhalt eines Zahns, der sonst entfernt werden müsste.
Wobei es helfen kann
Eine Wurzelkanalbehandlung kommt infrage, wenn die Pulpa entzündet oder unwiederbringlich geschädigt ist. Anzeichen können sein:
- Schmerz auf Heißes oder Kaltes, der anhält, nachdem der Reiz entfernt wurde.
- Schmerz beim Zubeißen oder Kauen.
- Schwellung des Zahnfleischs neben einem Zahn oder ein wiederkehrendes Bläschen am Zahnfleisch.
- Ein Zahn, der sich im Vergleich zu den Nachbarzähnen dunkler verfärbt.
- Eine Schwellung im Gesicht, die zeitnah untersucht werden muss.
Beschwerden können auch nachlassen, wenn die Pulpa abstirbt. Ein Zahn, der aufhört zu schmerzen, ist nicht zwangsläufig ausgeheilt – die Entzündung kann im Wurzelkanalsystem still weiterbestehen. Deshalb sollte ein Zahn, der geschmerzt hat, dennoch untersucht werden.

Untersuchung und Eignung
Ihre Zahnärztin testet den Zahn und fertigt eine Röntgenaufnahme an, um Pulpa, Kanalverlauf und den Knochen um die Wurzelspitze zu beurteilen. Eine Wurzelkanalbehandlung eignet sich, wenn genügend gesunde Zahnsubstanz für die spätere Versorgung vorhanden ist und die Kanäle erreicht und gereinigt werden können.
Bei einer Wurzelfraktur, bei tief unter das Zahnfleisch reichender Karies oder wenn der Zahn danach nicht versorgt werden kann, ist die Entfernung möglicherweise die verlässlichere Option. Ihre Zahnärztin erklärt Ihnen das, bevor etwas begonnen wird.
Der übliche Ablauf
- Es wird örtlich betäubt und der Zahn mit Kofferdam isoliert.
- Der Zahn wird eröffnet und die Pulpa entfernt.
- Die Kanäle werden gereinigt, aufbereitet und desinfiziert, mit Röntgenkontrollen zur Längenbestimmung.
- Die Kanäle werden gefüllt und verschlossen, die Zugangskavität mit einer Füllung versorgt.
- Der Zahn wird versorgt – bei Seitenzähnen häufig mit einer Krone, da ein wurzelbehandelter Zahn bruchanfälliger ist.

Wie viele Termine zu erwarten sind
Üblicherweise ein bis zwei Termine von etwa 60 bis 90 Minuten, dazu ein späterer Termin, wenn eine Krone geplant ist. Molaren haben mehr Kanäle als Frontzähne und brauchen oft länger. Bei einem entzündeten Zahn kann zwischen den Terminen eine medikamentöse Einlage nötig sein. Das sind Schätzungen; Ihre Zahnärztin gibt Ihnen nach der Untersuchung einen Plan für Ihren Zahn.
Grenzen, Risiken und Alternativen
- Die Wurzelkanalbehandlung hat gute Erfolgsaussichten, ist aber nicht garantiert. Ein behandelter Zahn kann weiterhin Probleme machen; gelegentlich sind eine Revision oder später die Entfernung nötig.
- Druckempfindlichkeit beim Zubeißen ist in den Tagen danach häufig. Während der Behandlung wird örtlich betäubt; Beschwerden und Heilungsverlauf sind individuell verschieden.
- Enge, gekrümmte oder verkalkte Kanäle erschweren die Reinigung und können das Ergebnis beeinflussen.
- Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder und kann brechen, wenn er nicht angemessen versorgt wird.
- Die Alternative ist die Entfernung des Zahns, gefolgt – wenn Sie ihn ersetzen möchten – von einem Implantat, einer Brücke oder einer Prothese. Nichts zu tun lässt die Entzündung fortbestehen und ist keine neutrale Entscheidung.
Nach der Behandlung
Kauen Sie auf dem Zahn erst wieder, wenn die endgültige Versorgung sitzt. Übliche Schmerzmittel reichen für die Empfindlichkeit der ersten Tage meist aus. Melden Sie sich, wenn eine Schwellung auftritt, der Schmerz zunimmt statt nachzulassen oder die provisorische Füllung herausfällt.
Möchten Sie das besprechen?
Vereinbaren Sie eine Untersuchung: Die Zahnärztin erläutert Ihnen, welche Möglichkeiten für Sie geeignet sind, wie lange sie dauern und mit welchen Kosten ungefähr zu rechnen ist.
