Röntgenaufnahme mit Darstellung des Knochenniveaus im Kiefer

Zahnimplantate 3 Min. Lesezeit

Warum ein Knochenaufbau empfohlen werden kann

Fehlt ein Zahn schon länger, kann das Knochenangebot für ein Implantat zu gering sein. Ein Knochenaufbau erhöht dann Aufwand und Heilungszeit.

Kieferknochen wird durch die Belastung der Zähne erhalten. Nach dem Verlust eines Zahns kann sich der Knochen in dieser Region zurückbilden, besonders deutlich im ersten Jahr nach der Entfernung und danach meist langsamer.

Ein Implantat benötigt ausreichend Knochen für Stabilität und eine sichere Position. Fehlt ein Zahn seit vielen Jahren, kann deshalb zunächst ein Aufbau der Region notwendig sein. Das ist ein häufiger Grund, warum sich ein vorläufiges Angebot nach der dreidimensionalen Aufnahme verändert und warum Fotos allein nicht für eine endgültige Planung ausreichen.

Was ist ein Knochenaufbau?

Knochengranulat oder ein Knochenersatzmaterial wird in die betroffene Region eingebracht und häufig mit einer Membran abgedeckt. Im Verlauf der Heilung wächst körpereigener Knochen in das Material ein und ersetzt oder verbindet sich mit ihm. Das Material dient als Gerüst für die Regeneration.

Verwendet werden können:

  • Körpereigener Knochen, der an einer anderen Stelle des Kiefers entnommen wird. Er besitzt gute biologische Eigenschaften, erfordert aber eine zweite Entnahmestelle.
  • Aufbereitetes Mineral aus menschlichen Spenderquellen oder tierischen Ursprungs. Häufig eingesetzt, steril aufbereitet und gut dokumentiert, ohne zweite Entnahmestelle.
  • Synthetische Materialien ohne biologischen Ursprung.

Fragen Sie, welches Material vorgesehen ist. Religiöse, ethische oder persönliche Präferenzen sollten vor der Behandlung angesprochen werden; häufig gibt es Alternativen.

Vier häufige Situationen

Alveolenerhalt. Direkt bei der Zahnentfernung wird die leere Alveole aufgefüllt, um den Knochenverlust zu begrenzen. Wenn später ein Implantat wahrscheinlich ist, sollte diese Möglichkeit bereits vor der Extraktion besprochen werden.

Kieferkammaufbau. Verlorene Breite oder Höhe wird wiederhergestellt. Dies kann mehrere Monate zusätzliche Heilungszeit bedeuten.

Sinuslift. Im hinteren Oberkiefer liegt die Kieferhöhle häufig nahe über den Zahnwurzeln. Ist der Knochen darunter zu dünn, wird der Boden der Kieferhöhle vorsichtig angehoben und Aufbaumaterial eingebracht. Für eine spätere Flugreise ist dieser Eingriff besonders relevant; siehe Fliegen nach einer Zahnbehandlung.

Gesteuerte Knochenregeneration. Bei einem kleineren Defizit kann der Aufbau gleichzeitig mit der Implantation erfolgen. Dadurch entsteht nicht immer eine zusätzliche Behandlungsphase, die Heilung muss dennoch kontrolliert werden.

Was ändert sich im Behandlungsplan?

Zusätzliche ZeitZusätzliche Termine
Aufbau bei der Zahnentfernungmeist 3–4 Monate vor der Implantationkeiner, gleicher Termin
Aufbau bei der Implantationhäufig keine zusätzliche Zeit über die normale Einheilung hinauskeiner
separater Kieferkammaufbaumeist 4–6 Monate vor der Implantationein Eingriff
Sinuslift in eigener Phasehäufig 4–9 Monate vor der Implantationein Eingriff

Für Reisende ist entscheidend, ob der Aufbau im selben Termin wie die Zahnentfernung oder Implantation möglich ist. Ist das der Fall, ändert sich die Zahl der Reisen möglicherweise nicht. Muss er getrennt durchgeführt werden, können drei statt zwei Reisephasen nötig werden. Das sollte vor der Flugbuchung klar sein.

Implantat wird in vorbereiteten Knochen eingesetzt
Ein Implantat benötigt ausreichend Knochen auf allen Seiten; genau das beurteilt die dreidimensionale Aufnahme

Lässt sich ein Knochenaufbau vermeiden?

Eine frühzeitige Planung nach Zahnverlust kann das vorhandene Knochenangebot besser erhalten. Der Knochen unter einer Lücke bildet sich häufig mit der Zeit zurück und baut sich ohne Behandlung in der Regel nicht von selbst wieder auf. Trotzdem sollte der Behandlungszeitpunkt nicht allein aus diesem Grund übereilt festgelegt werden.

Wenn ein Implantat erst später möglich ist, fragen Sie zum Zeitpunkt der Zahnentfernung nach einem Alveolenerhalt. Dieser kann den späteren Aufbau reduzieren, ohne ihn in jedem Fall vollständig zu vermeiden.

Ist der zusätzliche Aufwand sinnvoll?

Ein Knochenaufbau erhöht Kosten und Behandlungsdauer. Deshalb ist es sinnvoll, auch eine Brücke oder herausnehmbare Prothese als Alternative zu besprechen. Je nach Lage der Lücke, Allgemeingesundheit, Zustand der Nachbarzähne und persönlichen Prioritäten kann eine andere Lösung geeigneter sein.

Wenn ein Implantat die gewünschte und klinisch geeignete Versorgung ist, kann der Aufbau die notwendige Grundlage schaffen. Die Entscheidung sollte Nutzen, zusätzliche Operation, Heilungszeit, Risiken und Alternativen gemeinsam berücksichtigen.

Ist ein Knochenaufbau schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung. Danach sind Wundschmerz und Schwellung für einige Tage möglich; bei einem Sinuslift kann die Schwellung ausgeprägter sein.

Wie lange heilt ein Knochenaufbau?

Häufig etwa vier bis sechs Monate, bevor ein Implantat eingesetzt werden kann. Größere Sinusaufbauten können länger benötigen; kleine Aufbauten zusammen mit der Implantation verursachen nicht immer zusätzliche Wartezeit.

Ist ein Implantat ohne Knochenaufbau möglich?

Ja, wenn genügend Knochen in geeigneter Position vorhanden ist. Das lässt sich anhand der Untersuchung und Bildgebung beurteilen.

Woraus besteht das Aufbaumaterial?

Möglich sind aufbereitetes Material von Spendern oder tierischen Ursprungs, körpereigener Knochen und synthetische Materialien. Lassen Sie sich das vorgesehene Material erklären und nennen Sie persönliche Präferenzen.

Kann ein Knochenaufbau nicht einheilen?

Ja, gelegentlich heilt das Material nicht wie geplant ein; Rauchen erhöht dieses Risiko. Je nach Situation kann die Region nach Heilung erneut aufgebaut oder anders versorgt werden.

Noch unsicher?

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